Marc Goodman: „Der Mensch ist die größte Schwachstelle“

Im Gespräch mit dem Cybersecurity-Experten der USA

Expertentreffen in Deutschland

Ende März traf ich Marc Goodman, Cybersecurity-Experte Nr. 1 aus den USA. Er war jahrelange Mitarbeiter des FBI und er arbeitet heute als Autor und  strategischer Berater. Marc Goodman warnt sehr anschaulich vor den Gefahren der  Cyber-Kriminellen weltweit. Er berät Unternehmens Führungen und Politiker. Und er tauscht sich zusätzlich laufend mit Security-Experten weltweit aus. Seine Praxiserfahrung ist enorm und sehr umfangreich.

Es gibt so gut wie kein Szenario, das er nicht kennt. Marc Goodman war auf Einladung der Finanz Informatik Technologie Services GmbH im März 2018 in Deutschland. Er hielt in München einen Vortrag. Inhalt war die aktuelle, weltweite Bedrohungslage zum Thema Cybercrime. Dabei berichtete er sehr lebendig und gab einen sehr interessanter Einblick in die Aktivitäten der „Hacker“. Er zeigte die Szenarien, die uns in der nahen Zukunft erwarten. Ich muss sagen, das hat sogar mich ernüchtert. Marc Goodman beschreibt Praktiken die bei den Zuhörenden Sprachlosigkeit hinterlassen. Die Vorstellungskraft, die wir als normale Anwender von IT-Systemen haben reicht dazu nicht aus.

Ein Beispiel: Ein Hacker beschafft sich über eine „Crowdfunding“-Kampagne das notwendige Kapital, um die Verteilung seiner programmierten Malware zu finanzieren. Dabei spielt es keine Rolle, wo genau der Server für diese Kampagne steht. Ebensowenig, von welchem Ort aus der Hacker zugreift. Ein raffiniertes und ausgeklügeltes Geschäftsmodell, mit dem Staaten, Konzerne, Unternehmen weltweit erpresst werden können. Am Beispiel der Schadsoftware „Wannacry“ sehen wir, wie so etwas funktioniert.

Hacker sind uns einen Schritt voraus

Die größte Herausforderung von FBI, Cyberabwehrteams oder der Polizei ist, daß Cyber Kriminelle über Landesgrenzen hinweg vernetzt sind. Dabei sind besonders, zentrale Versorgungssysteme wie Wasser, Strom, Gas, produzierende Industrie (Auto, Bahn, Flugzeug und Co.), Banken und Versicherungen schützenswert. Diese Systeme werden KRITIS Systeme genannt. Das steht für  „kritische Infrastruktur Systeme“. Die länderübergreifnede Kooperation  zu gewähleisten, ist eine Herausforderung.  Die Behörden und Organisationen sind hierarchisch organisiert oder arbeiten linear. „Hacker“ orientieren sich an Communities, arbeiten virtuell, vernetzt und collaborativ zusammen. Sie tauschen sich direkt über Messenger Dienste aus. Und sie sind in ihrem Handeln wesentlich schneller. Zeit, Raum und Entfernung spielen keine keine Rolle.

Tipp von Marc Goodman: Achtsam sein!

Marc Goodman sieht es als seine Aufgabe zur  Zukunft und zur Bedeutung von Cybercrime für die USA und andere westliche Länder zu informieren. Zudem sorgt er für Vernetzung und bringt dann erfahrene Experten weltweit zusammen.

Welche Rolle spielt dann der Mensch in diesem Szenario? „The human factor is the weakest link!“, meint Marc Goodman trocken. Das stimmt – nur zum Teil. Allzu oft ist menschliches, sorgloses Verhalten die Ursache bzw. der Türöffner für Cyberangriffe. Und liegt darin nicht zugleich die Chance bzw. die Lösung? Den Menschen durch Information und Aufklärung zum stärksten Faktor zu machen? Marc Goodman – die Nummer 1 der Cybersecurity-Experten aus den USA nickt nachdenklich …

Auf meine Frage, wie wir als normale Internet-Nutzende  präventiv handeln können, um uns zu schützen, antwortete Marc Goodman: „Be aware!“ „Sei aufmerksam!“

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Nachfolgend der Link zum aktuellen Buch von Marc Goodman:

http://www.futurecrimesbook.com/