let’s go agile – cyberagile!

Seit 3,5 Jahren beschäftigen mich die agilen Methoden. Im Rahmen eines Auflösungsprozesses einer IT-GmbH hatte ich mit Kollegen eine Diskussion zum Thema „build or buy“. Es ging darum ob es mehr Sinn macht Eine Applikation selbst mit einem Team zu entwickeln oder ein System einzukaufen.

Ich war für selber entwicklen, allerdings nur dann wenn ich ein wirklich gutes Team zusammen stellen kann. Und als Rahmen eine Methode einsetzen kann, die Struktur und Klarheit bietet und gleichzeitig die Entwickler selbst bestimmen lässt was sie wie und in welcher Qualität liefern. Dabei entstand die Idee zu cyberagile.

Beim Wechsel in ein neues Unternehmen und als Führungskraft einer Abteilung mit Software Entwickler*innen konnte ich dann praktische Erfahrungen sammeln. Die Grundprinzipien wurden in der Praxis erprobt. Ich sprach mit den Teams, machte Ihnen das Angebot sich als Team neu zu organisieren. Und zwei Teams nahmen das gerne an. Ich überlies ihnen die Wahl der Methode – Scrum oder Kanban. Und sie legten los.

Begleitung und Fragen stellen fördert Selbstorganisation

Meine Begleitung war hin und wieder gefordert. Aber eher als Sparrings-Partnerin anstatt als Führungskraft im herkömmlichen Sinne. Das führte mich zur Erkenntnis, dass sich selbst organisierende Teams Führung brauchen, aber andere Führung. Dabei bin ich dann auf das Buch „Selbstorganisation braucht Führung“ von Boris Gloger gestossen. Darin fand ich einige gute Ansätze zu der neuen Art zu führen. Ich schaute mein eigenes Führungsverhalten mit neuen Augen an. Und durch die Retrospektive in den Teams kam ich auch selbst ins Nachdenken und entdeckte Verbesserungsbedarf an meinem Führungsverhalten.

Scrum und Kanban – die Basics

Wie funktioniert nun Scrum – die Basics:

Es gibt einen sogenannten Product Owner (PO), einen Scrum Master (SM) und das Developer Team (DevTeam). Da die Methode aus der Softwareentwicklung kommt nennen wir das so. Es kann aber auch ein Spezialisten Team aus z.B. Cybersecurity Experten sein. Diese Personen in der jeweiligen Rollen alle zusammen sind das Scrum Team-und das ist gemeinsam verantwortlich für die sogenannte Lieferung – nämlich das Ergebnis zu produzieren. Das Zusammenwirken in diesem Team ist entscheidend für den Erfolg. Gemeinsam mit den Nutzern und den Stakeholdern, sowie den Management Vertretern bildet das Scrum Team den Scrum Flow ab. Auch hier ist das Zusammenwirken extrem wichtig.

Neben diesem Rahmenwerk gibt es eine ganze Reihe von Regeln, Meetings (Planning I+II, Review und Retrospektive, sowie dem Daily Scrum Meeting) und sogenannte Artefakte. Das sind z.B. das Taskboard, Das Backlog (sowohl für den jeweiligen Sprint, als auch das gesamte und das Impediment Backlog), das Burndown Chart und natürlich das „potentially shippable Product Increment“ – der Produktteil der jeweils geliefert wird.

Kanban ist etwas anders und einfacher organisiert. Es wird ebenfalls ein Taskboard verwendet. Diese hat allerdings noch eine Spalte mehr für Test oder Abnahme. Bei Kanban ist der Prozessablauf wichtig. Es geht nicht um das Teamzusammenwirken sondern um den sequentiellen Ablauf in der Bearbeitung der Aufgaben. Wer die Aufgaben übernimmt zieht sich einfach eine vom Board. Der Ablauf ist wichtig. Und dass die Aufgaben in einer bestimmten Reihenfolge bearbeitet werden. Kanban Boards werden oft in Betriebs Teams eingesetzt. Oder Entwickler Teams beginnen mit einem Kanban Board bevor sie sich an Scrum wagen. Zum Starten und um die agilen Methoden kennen zu lernen ist Kanban einfacher anzuwenden. Dabei kann ein Team die neue Art der Zusammenarbeit ausprobieren und erste Schritte in Richtung Neugestaltung der Kommunikation gehen. Ein Daily unterstützt diesen Prozess.

Selbst-Reflektion führt zu Erkenntnis

Als begleitende Führungskraft begann ich mit der Selbst-Reflektion und damit einige Dinge aufzuschreiben, die ich verbessern kann. Jede Woche betrachtete ich die Dinge aus der Ferne und schaute mir an, was lief gut, fragte mich – „was lass ich in Zukunft“ und „was mache ich nächste Woche anders“. Alleine das führte zu Erkenntnissen und Verbesserungen. Und mir wurde klar, dass mit der Methode auch eine neue Art zu denken Einzug hält. Ich fing an die Eckpunkte der neuen Denkweise festzuhalten und habe so einige Dinge für ein „agiles Mindset“ identifiziert. Dieses wende ich bei allen Teams an, die ich begleite.

agil ist was funktioniert

Eine der wichtigsten Botschaften des agilen Mindsets ist – „wende an was funktioniert“. Alles was zu besseren Ergebnissen führt oder den Nutzen erhöht wird angewandt.

 

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